Jil Sander und Nino Cerruti: Zwei klassische Modeschöpfer prägen den Stil einer Epoche

Jil Sander wurde 1943 in Deutschland geboren. Nach ihrem Textilingenieur-Studium und zwei Jahren Auslandaufenthalt in Los Angeles arbeitete sie als Moderedakteurin für verschiedene deutsche Frauenzeitschriften. 1967 eröffnete sie in Hamburg ihre eigene Modeboutique und verkaufte neben der Mode von Sonia Rykiel, Thierry Mugler und anderen auch ihre eigenen Kollektionen.

Die Mode von Jil Sander ist schlicht, gar androgyn, auf unnötige Details wird verzichtet. Der klassische Hosenanzug für Damen wurde zu ihrem Markenzeichen. Bei den Farben dominieren Schwarz, Grau, Weiß, Beige, Braun und Dunkelblau. Weil Jil-Sander-Teile untereinander so gut kombinierbar sind, wurde die Designerin als Erfinderin des „Zwiebellooks“ (=mehrere Kleidungsstücke übereinander getragen) berühmt.

Der italienische Konzern Prada kaufte 1999 das Unternehmen Jil Sander durch die Übernahme der Aktienmehrheit. Heute ist Jil Sander eine der bekanntesten Modedesignerinnen Deutschlands.

Nino Cerruti wurde 1930 als Sohn eines Textilindustriellen in Italien geboren. Nach dem Tod seines Vaters brach er sein Politik-Studium ab und übernahm im Alter von 20 Jahren den Familienbetrieb. 1957 produzierte Nino Cerruti die erste hochwertige Herrenkollektion. Ganze zwanzig Jahre später kam die erste Damenkollektion dazu.

Cerruti ist bekannt für seinen klassischen Stil und die luxuriösen Materialien. In seinen Kollektionen findet man edle Businessmode für den Herrn sowie elegante Damenmode.

Das amerikanische Private-Equity-Unternehmen MatlinPatterson kaufte 2006 die Marke Cerruti. Nino Cerruti selbst konzentriert sich seit seinem Abschied aus dem Modehaus auf die Stoffmanufaktur in Biella, die unter anderem Chanel zu ihren Kunden zählt.

Obwohl beide heute nicht mehr als „klassische Modeschöpfer“ in ihren eigenen Unternehmen tätig sind, haben sie doch den Stil einer Epoche geprägt. Jil Sander mit Mode für Frauen, die „lieber ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, als sich zu verkleiden“. Und Nino Cerruti mit einer selbstsicheren Eleganz bei Herrenanzügen: „Kleidung soll ein persönliches Statement sein.“

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