Fred Perry gab es wirklich

Fred Perry, Inbegriff des englischen Stils

Die Geschichte von Frederick John Perry ist faszinierend. 1909 in England zur Welt gekommen, schafft Fred Perry 1934 das Unglaubliche: Als erster Teilnehmer aus der Arbeiterschicht gewinnt er das legendäre Wimbledon-Tennisturnier, DIE Veranstaltung der britischen High-Society. Es heisst, das Preisgeld von 25 Pfund soll Fred Perry nicht wie sonst üblich einer gemeinnützigen Einrichtung gespendet haben, sondern stattdessen beschlossen haben, selber „der gute Zweck“ zu sein. Und zwar als Reaktion darauf, dass ihm seine Medaille und die Wimbledon-Klubkrawatte nicht feierlich verliehen, sondern nur in die Umkleidekabine geworfen wurden.

Die Marke Fred Perry ist bekannt geworden durch ihre klassischen, schmal geschnittenen Poloshirts. Und auch diese Geschichte ist es Wert, erzählt zu werden: Fred Perry lebte nach seinen drei Siegen in Wimbledon als Tennisprofi in den USA und kehrte erst 1947 nach England zurück. Er mokierte sich darüber, dass die Wimbledon-Spieler grüne Shirts der Armee trugen, und liess deshalb 75 weiße Polohemden anfertigen, die er den Spielern schenkte. Polohemden, die noch kein Emblem trugen. Erst die Spieler, die sich für die geschenkten Poloshirts bedanken wollten, kamen auf diese Idee: Die Shirts sollten mit einem Merkmal versehen werden, das eindeutig an Fred Perry als Stifter erinnert. Perry entschied sich für den Lorbeerkranz, den er 1934 beim All England Cup gewonnen hatte.

Fred Perry war sich seines Ursprungs als Mitglied der Arbeiterklasse immer bewusst und sagte wörtlich: «Ich hatte nie vor, meine Herkunft zu verleugnen, aber ich wollte anerkannt werden.» Seine Herkunft und sein Selbstbewusstsein haben bereits in den 60er-Jahren dafür gesorgt, dass die Marke in der britischen Subkultur der Mods grosse Beliebtheit erlangte. Aus der Mod-Bewegung heraus entwickelte sich Ende der Sechziger die Ska-Szene, in der man immer noch Fred Perry trug. In den Siebzigern entdeckten auch die Punk-Fans Fred Perry für sich.

Danach waren klassische Polos zwischenzeitlich alles andere als hip, die Mode war geprägt von Grunge, HipHop und Techno. Bis Mitte der Neunziger die Britpop-Welle erst über Grossbritannien und schliesslich über Resteuropa schwappte: Oasis und Blur orientierten sich musikalisch wie modisch an den Mods und verhalfen dem typisch britischen, leicht „nerdigen“ Look zu einem neuen Höhenflug – Fred Perry war zurück, und wie! Auch heute noch tragen Musiker wie Mike Skinner, „Modfather“ Paul Weller und sogar die HipHopper Jay-Z und Kanye West Fred Perry. Und auch Amy Winehouse ist ein treuer Fan der klassischen Fred-Perry-Produkte.

Amy Winehouse designt die Fred-Perry-Herbstkollektion 2010

Der britischen Sängerin, die zuletzt nur noch durch Drogenexzesse aufgefallen ist, geht es zur Zeit etwas besser. Sie hat einen neuen Mann an ihrer Seite und ist nun für Fred Perry in künstlerischer Mission unterwegs: Sie hat die Herbstkollektion 2010 entworfen, die ganz klar ihre Handschrift tragen wird. Die 17 Teile, darunter mädchenhafte Strickjacken, eng anliegende Bleistiftröcke, Caprihosen und die typischen Fred-Perry-Polohemden, werden ab Oktober erhältlich sein. Amy-like in den Farben Schwarz und Pink. Ich freue mich darauf!


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