Die Jeans, ein Kleidungsstück mit Geschichte

Sie ist aus unserem Kleiderschrank nicht mehr wegzudenken und heute für beinahe jeden Anlass salonfähig. Die Jeans das wohl beliebteste Kleidungsstück überhaupt.

Auch die Geschichte der Jeans hört sich abenteuerlich und romantisch an:
Es war einmal vor langer Zeit, genauer gesagt 1853, als der deutsche Einwanderer Levi Strauss in San Francisco seine erste Levi‘s Jeans herstellte. Die Hose wurde aus braunem Segeltuch und orangefarbenem dicken Nähgarn gefertigt und mit 6 Nieten an den Taschenkanten verstärkt. Das Wort „Jeans“ leitet sich übrigens von „gênes“ ab, der Bezeichnung für genuesische Seefahrerhosen. Die strapazierfähigen Hosen wurden damals vor allem bei Amerikas Goldgräbern beliebt. Erst 1883 wurde die Jeans aus indigogefärbten „Serge de Nimes“ – Stoff (deher die Bezeichnung Denim) hergestellt, und von Farmern, Cowboys und Holzfällern getragen. Es heisst, Cowboys hätten ihre Jeans absichtlich so enganliegend und damit figurbetonend getragen, um mit ihren durchtrainierten Beinen (und ihrem Po?) Frauen zu beeindrucken.

Vom wilden Westen Amerikas nun aber in die Neuzeit Europas. 1948 tauschte der deutsche Albert Sefranek mit einem amerikanischen GI einheimischen Schnaps gegen sechs „Amihosen“ und erhielt so sein erstes Schnittmuster. Daraus entstand die heutige Firma Mustang Jeans. Sie war es auch, die 1953 die erste Jeans für Frauen herstellte.

Der rebellierenden Jugend der 50er,auf der Suche nach ideellen Werten, kam die Blue Jeans gerade recht. Die Denimhosen galten nämlich als hässlich, da sie keine Bügelfalten, sichtbare Nähte und derb aufgesetzte Taschen hatten. Anfänglich als Symbol des Protestes getragen, entwickelte sich die Jeanshose immer mehr zur selbstverständlichen Alltagskleidung. Die Assoziation mit Werten wie Freiheit, Jugendlichkeit und Sportlichkeit wurde von immer mehr Menschen positiv aufgefasst. Schauspieler wie Marlon Brando oder James Dean trugen maßgeblich zum Erfolg der Jeanshose bei. Ihr typisches Outfit aus T-Shirt, Lederjacke und eben Blue Jeans wurde zu hunderten kopiert.

Das Material, Denim, ist Kult, der Schnitt der Jeans aber veränderte sich über die Jahre mehrmals. Die 70er sind bekannt für ihre Schlaghosen. Sie waren am Unterkörper und an den Oberschenkeln sehr eng geschnitten, wurden dann aber unterhalb der Knie erheblich weiter. Anfangs der 80er Jahre hatte die Röhrenjeans ihren ersten Auftritt. Sie wurde so eng getragen, dass sich der Träger nicht normal auf einen Stuhl setzen konnte und nur auf dem vorderen Drittel sass. Ebenfalls in den 80ern kamen die Karottenjeans auf den Markt, welche meine Generation auf alten Klassenfotos etwas lächerlich aussehen lässt. Dennoch war diese Art Jeans sehr beliebt (da zugegebenermassen bequem) und wurde oft als Designerjeans zu relativ hohen Preisen angeboten. Der Modetrend der 90er ging zu weiter geschnittenen Modellen unter Bezeichnungen wie Baggy Jeans oder Skater Jeans. Diese hatten den Ursprung bei Jugendlichen, die beim Fahren mit Skateboards die notwendigen Schutzpolster unter der Kleidung tragen wollten.

Heute ist Denim angesagter denn je. Es gibt Jeans in allen Formen und allen möglichen Waschungen. Gerade kunstvoll zerrissene Jeans für Frauen sind besonders beliebt. Auch bei der Jeans kehren Trends immer wieder zurück und ich bin überzeugt, wenn auch nicht begeistert, dass auch die Karottenjeans ihr Comeback feiern wird.

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