Freiheit ist der Himmel über dem Kopf

Mein ausgeprägter Freiheitsdrang nimmt Einfluss auf meinen Alltag und natürlich auch auf meine Ferien. So habe ich auch schon die eine oder andere Ferienbegleitung, die einfach nur entspannen wollte, in den Wahnsinn getrieben.

Zwei Wochen in ein und demselben Hotel mit ein und demselben Frühstücksbuffet und immer dem gleichen Strand (womöglich da noch jeden Tag den gleichen Platz, weil der so praktisch gelegen ist) treibt nämlich mich in den Wahnsinn. Zu wissen, dass ich irgendwo „gefangen“ bin, bis der Flieger mich wieder nach Hause bringt, verdirbt mir die ganze Freude an den wohlverdienten Ferien.

Wenn der Wind ruft …

Vielleicht bin ich impulsiv, vielleicht ein bisschen verrückt, aber wenn der Wind mich ruft, muss ich los. Und wenn er sich plötzlich dreht, kann ich ganz schnell meine Meinung ändern. So passiert es des Öfteren, dass ich eigentlich nach Italien wollte und dann doch in Frankreich lande. Ihr könnt euch vorstellen, dass mir das Planen nicht besonders liegt. So ist mir auch schon am Morgen der Abfahrt eingefallen, dass ich noch einen neuen Campingtisch bräuchte und hatte so erst nachmittags alles bereit für die Reise. Und da stand ich dann, mitten auf der Autobahn in Genua. Ich hatte es tatsächlich geschafft, zum Feierabendverkehr dort zu landen. Dabei hatte ich mich noch immer nicht entschieden, ob ich nun in die Toscana fahren wollte oder doch lieber der ligurischen Küste entlang – Cervo ist übrigens wunderschön! Langsam wurde es dunkel und es begann zu regnen. Also bog ich ab in Richtung der beiden Kamine von Savona, die mich mit ihren roten und weissen Streifen immer ein wenig an Pipi Langstrumpf erinnern. Endlich dort, hatte der Campingplatz natürlich bereits geschlossen, doch mit etwas Überzeugungskunst und Charme wurde ich dann doch noch eingelassen. Und das alles nur um – wer hätte es gedacht – am nächsten Morgen doch in die Toscana aufzubrechen.

Mein Heim das Zelt

Für mich ist Zelten das Grösste. Nicht die unbequeme Luftmatratze, nicht der Sand im Schlafsack oder die Ameisen im Frühstück. Es ist die Möglichkeit, dorthin zu gehen, wohin mich meine Flügel tragen. Ich belade das Auto und fahre ins Abenteuer. Meist habe ich eine grobe Vorstellung davon, wohin es gehen soll, und dann wähle ich vor Ort den Campingplatz aus, der mir am besten gefällt, oder auch einfach eine Wiese oder einen Waldrand. Weiterfahren tu ich erst, wenn mir danach ist. Gerade in den Ferien sollten wir uns diese Freiheit doch nehmen können.

Wie erwähnt, geht es mir beim Campen nicht um das „Dräckele“, ich brauche schon etwas Komfort. Strom für den Reisekühlschrank muss sein. Ich will ein kühles Getränk, wenn ich vom Strand zurückkomme! Kochen muss ich auch vernünftig können, da nehme ich es genau, mein Stiefvater ist Koch. Dann brauche ich Ordnung. Ja, ich gebe es jetzt zu: Ich habe sogar so ein faltbares Regal für die Kleider. Und ich liebe es! Wenn es nach mir ginge, wären alle Möbel faltbar und man könnte sie einfach ins Auto laden, wenn man weiterziehen möchte. Denn Freiheit ist der Wind, der mich trägt, Sand zwischen den nackten Zehen, der Himmel über dem Kopf, Millionen von Sternen über dem Meer und das Spaghettiwasser, das über der Gasflamme kocht.

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