Wie wir sie lieben, unsere Taschen

Handtaschen sind nebst Schuhen die beliebtesten Accessoires der Welt.

In allen möglichen Farben und Formen und für jede Gelegenheit haben wir mindestens eine Handtasche, Clutch, Tragtasche oder einen Shopper zu Hause. Und jede unserer Taschen hat ihre eigene Geschichte. Aber wie sieht eigentlich ganz allgemein die Geschichte der Tasche aus?

Wie alt genau die Tasche ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Der Umhängebeutel wurde aus natürlichen Rohstoffen wir Pflanzenfasern und Tierfellen hergestellt, welche schnell verrotten. Daher konnten Wissenschaftler bis heute keine definitiven Funde sichern, gehen aber davon aus, dass bereits zu Zeiten der Neandertaler die Tasche als wichtiger Begleiter diente.

Die Tasche erst ein Männerding
Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wurden Taschen zum Transportieren von Gegenständen meist von Männern getragen. Es handelte sich dabei um Beutel aus Leder oder Stoff, die am Gürtel befestigt wurden, in denen Geld und wichtige persönliche Gegenstände transportiert wurden. Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert übernahmen mehr und mehr Frauen das Tragen einer kleinen Tasche am Gürtel, die mit Ketten oder Lederriemen befestigt war. Allerdings waren in die Röcke integrierte Täschchen, ähnlich einer Hosentasche, viel beliebter.

Mit der Emanzipation kommt die Handtasche
Als die Kleider enger wurden, musste ein neuer Platz für die täglichen Gebrauchsgegenstände einer Frau entwickelt werden – die Damenhandtasche war geboren. Die ersten Taschen waren noch klein und dienten lediglich zur Aufbewahrung von Geld und Schminkutensilien. Diese Beutel bestanden aus einem Stück Seide, welches oben mit zwei Schnüren, die zugleich als Griff dienten, zusammengezogen wurde.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Taschen mit Metallrahmen hergestellt. Nun galt die Tasche nicht mehr nur als praktische Tragemöglichkeit, sondern feierte als modisches Accessoire seinen Triumph. Es wurde mit Formen, Farben und Materialen experimentiert und unterschiedliche Modelle kreiert.

Die Kelly-Bag
Während des 20. Jahrhunderts erfuhr die Tasche die verschiedensten Trends. Während des Ersten Weltkriegs waren viele Frauen an der Heimatfront berufstätig und wollten auch am Arbeitsplatz stets gepflegt aussehen. Puderdose, Pinsel, Lippenstift und Kamm mussten immer dabei sein. Ausserdem kam durch die zunehmende Unabhängigkeit der Frau auch das Bedürfnis, das selbst verdiente Geld eigens zu verwalten. Die Handtasche stand also für ein neues Lebensgefühl. In den 30er Jahren entwickelten sich die bis dahin eher kleineren Täschchen zu Schultertaschen und Umhängetaschen, damit die Trägerin die Hände freihatte. In den 50er Jahren kamen mit dem Wirtschaftsboom neue Materialien auf den Markt, die Taschen wurden nun aus Nylon, PVC oder Kunstleder gefertigt. Aber die wohl berühmteste Handtasche ist die Kelly-Bag, die Handtasche von Hermès gehört zu den begehrtesten Objekten vieler Frauen. 1935 kam sie als „kleine Tasche mit Trageriemen“ auf den Markt und fand mit Grace Kelly eine berühmte Abnehmerin. Jede dieser Taschen wird noch heute einzeln gefertigt und ist ein kleines handwerkliches Schmuckstück.

Nun wissen wir, warum unsere Handtasche uns so viel bedeutet: Sie steht für Schönheit und Unabhängigkeit.

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