Weisch no? Die Mode aus meiner Teenie-Zeit

Wir kennen sie alle, die Fotos aus unserer Jugend, die wir gerne zuunterst in der Fotokiste verstecken.

Als ich ein Teenie war, änderten Trends ungefähr jede Woche, so kam es mir zumindest vor. Und mit jedem One-Hit-Wonder das im Radio zu hören war, war eine neue Mode geboren. Wer erinnert sich z.B. an Kris Kross? Die zwei 13 jährigen Milchbubi-Rapper trugen ihre Jeans verkehrt herum. Und wer in unserer Schule etwas auf sich hielt, trug seine Baggy Pants mit den Gesässtaschen vorne. Nun, da ich nicht auf Hip-Hop stand, trug ich auch keine Baggy Pants. Statt der weiten Hosen hatte ich weite Oberteile. Pullover und Tops in Oversize waren zu dieser Zeit bereits einmal trendy.

Die schnelle Zeit mit den schnellen Trends
Mehr als heute hing die Mode stark mit der Musik, die man gerade hörte, zusammen. Die Doc Martens gehörten zum Grunge und eigentlich in jedes Schuhregal eines Teenies dieser Zeit. Ich war damals zum ersten Mal mit meinem Freund alleine in London, um mir dort die legendären Stahlkappenschuhe zu kaufen. Die Docs trugen wir Mädchen zu Jeans aber auch zum leichten Blumenkleid, Hauptsache es war irgendwie „trashig“. Auf der anderen Seite waren die Skater, die Baggy Pants trugen und im Jugendhaus zu Hip-Hop einen Breakdance vorführten. Und mit dem Techno, der auch langsam bei uns auf dem Land am Samstagabend die Jugend in die Markthalle lockte, kam der Girlie-Look. „Blümchen“, „Marusha“ und die wie alle hiessen, machten es uns vor: Zöpfchen, Plastikblümchen und pinke Kleidchen. Künstlich und kitschig musste es sein. Passend dazu auch die Buffalos mit ihren bis zu 10cm hohen Sohlen. Sehr beliebt waren die Ur-Buffalos bei meinen kleiner gewachsenen Freundinnen.

Darf‘s ein kleines bisschen Rebellion sein?
Ich fühlte mich zu jung, um mich für einen Beruf zu entscheiden; die Lehrer wollten mich ins Gymi schicken, aber ich wollte die Welt erobern. Ich hatte nie Grund gehabt, zu rebellieren, dazu waren meine Eltern zu verständnisvoll, und im Grunde war ich auch viel zu brav. Aber es war halt auch in, sich zu piercen. Mein rechtes Ohr ist, bzw. war (sowas wächst ja wieder zu) komplett verlöchert. Mir gefiel der Punk-Style. Nicht diese ungepflegten Jungs, mit denen meine Freundin manchmal rum hing, die in Bern auf der grossen Schanze Bier tranken und das Leben scheisse fanden. Eher den Look von Vivienne Westwood, den Look der aus England zu uns herüber kam: kurze Röcke, hohe Strümpfe, enge, schwarze Hosen und schrille Frisuren… Jaja, meine Frisur-Eskapaden würden ganze Blogposts füllen!

Nun wandern die alten Fotos wieder zurück in die Kiste und ich bin wieder doppelt so alt wie damals. Und ganz tief in mir drin lächelt die kleine Rebellin.


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