Zurück aus dem Sommer

Bevor ihr fragt: nein, ich habe nicht gesurft. Ich war an DEM Surf-Spot Europas und habe nicht gesurft.

Nach einer langen Zeit ohne Ferien habe ich zwei Wochen lang fast nichts getan. Bevor ich bei FashionFriends angefangen habe, habe ich zusammen mit meinem damaligen Partner eine kleine Grafikagentur auf die Beine gestellt. Wenn man selbständig ist, erlaubt man sich keine Auszeit. Nun war es aber endlich soweit und die lange geplanten Ferien begannen bereits mit einem Desaster.

Noch in Bern, genauer gesagt im stehenden Zug an den Flughafen Genf ist mir nämlich mein Portemonnaie gestohlen worden. Dass der Mann vor mir meinen Koffer getragen und in filmreifen Bewegungen versucht hat, ihn auf die Ablage über den Sitzen zu hieven, während sein Kollege hinter mir mein Portemonnaie aus meiner Tasche kramt, sei eine gängige Methode, meinte der sehr zuvorkommende Kondukteur. So sass ich also im Zug, ohne Geld und ohne Pass und sah mich die zwei Ferienwochen schon zu Hause in der Kälte verbringen. Aber natürlich bin ich nicht die Einzige, der jemals das Portemonnaie gestohlen wurde, am Flughafen konnte ich einen Notpass erstellen lassen und für die Ferien haben meine Freunde mir Geld geliehen.

Wir waren zu fünft unterwegs und zu viert in einem kleinen Appartement. So lernt man einander so richtig kennen, und man lernt auch sich selbst kennen. Und ohne grosse Bemühungen haben wir uns die ganzen zwei Wochen wunderbar verstanden, auch wenn ich gestern dann unglaublich froh war, das Bad nicht mehr teilen zu müssen und in meinem eigenen Bett zu liegen. Und dann diese Ruhe…

Ah ja, dieser Surf-Spot, von dem ich geschrieben habe, ist Tarifa, im Süden Spaniens. Tarifa liegt am südlichsten Punkt des Europäischen Festlandes, da, wo Mittelmeer und Atlantik zusammenfliessen und nur 14km Meeresbreite, die Strasse von Gibraltar, Europa und Afrika trennen. Ich kenne Spanien nicht, aber ich wage zu behaupten, dass Tarifa nicht ein typisch Spanisches Dorf ist. Zum einen spürt man den marokkanischen Einfluss (wir haben wunderbar gegessen in einem marokkanischen Restaurant), zum anderen ist die Surf-Gemeinde hier sehr stark vertreten. Surf-Marken, Boards, Segel und Kites entdeckt man in Schaufenstern, auf Autos festgezurrt, in der Luft, auf dem Meer… Und da ich ja nun nicht gesurft sondern gefaulenzt habe und meine lieben Freunde alle diesem Wassersport frönen, hatte ich genügend Zeit, diese Surfer mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Am meisten erstaunt hat mich diese enorme Markenflut: kein Surfer trägt ein Shirt, auf dem nicht in grossen Lettern Billabong, O‘Neill usw. steht. Ansonsten ist der Surfer aber dieser easy Typ, den man vermutet, mit den langen, ausgebleichten Haaren und dem Reggae im Ohr, wenn es mal keinen Wind hat. Ich weiss nicht, ob ich beharrlich genug wäre, diesen Sport so lange zu üben, bis ich so gut wäre, dass es wirklich Spass machen würde. Und bis auf die blonden Haare bin ich wohl keine typische Surferin (ich mag Reggae nicht besonders).

Pass, ID, Bankkarten, Führerschein, Cumulus-Karte und was man sonst noch alles mit sich herum trägt, konnte ich heute beim Fundbüro abholen. Jemand hatte es wohl gefunden und bei der Post abgegeben. Irgendwie kommt eben immer alles gut.

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