Dr. Martens AirWair

Ich staunte nicht schlecht, als ich Dr. Martens Schuhe auf dem Aufnahmetisch stehen hatte.

Als ich zur Schule ging, war Grunge und Gothic angesagt, CDs von Kurt Cobain und Depeche Mode drehten in den Discmen und jeder trug Docs. Zwischenzeitlich schienen die legendären Schuhe verschwunden, und jetzt ist der Kultschuh langsam aber sicher wieder da.

Die Geschichte eines deutschen Arztes und seiner Schuhe

Dem deutsche Arzt Dr. Maertens waren während des 2. Weltkriegs die harten Schuhsohlen der Militärschule missfallen und er dachte sich die dicken, luftgepolsterten Sohlen aus, über die die Dr. Martens Schuhe noch heute verfügen. Als der Krieg zu Ende war, suchte er sich Leisten, Leder, Nadeln und Faden und erstellte bereits wenige Wochen später seinen ersten Prototypen. Mit diesem überzeugte er seinen Studienkollegen Herbert Funck von der Münchner Universität, sie wurden Partner und begannen 1947 in München damit, die Sohlen zu konstruieren. Gummi und Leder für die Schuhe stammten von ausgedientem Armeematerial – aus einer Hose aus Leder wurden zwei Paar Schuhe genäht. Mit ihren Schuhen mit weichen Sohlen trafen sie genau den Puls der Zeit, die Menschen sehnten sich nach den sehr unbequemen Sicherheitsstiefeln der Armee nach bequemem Schuhwerk, so eröffneten Maertens und Funck 1952 eine Fabrik in München. Im Verlauf der 50er Jahre entwickelten sie mehr als 200 verschiedene Ausführungen der Schuhe, sie wurden sowohl von Männern wie von Frauen gekauft.

Der Wandel zum Arbeiterschuh

In den 60er Jahren wurde Bill Griggs, Geschäftsführer des englischen Traditionsbetriebes R. Griggs & Co. auf die deutsche Erfindung aufmerksam. Er erwarb die Produktionslizenz für die weichen Sohlen und änderte das Design, er wollte die Schuhe als Arbeitsstiefel produzieren und sie erhielten einen konservativen Stil. Hinzu kam die gewölbte Lederkappe auf den Zehen sowie ein gelber Nähfaden, der bis heute das Markenzeichen der Dr. Martens ist. Am 1. April 1960 gingen die Dr. Martens als Stiefel mit acht Löchern für das Schnürband in Produktion.

Doc Martens – der Szeneschuh

Mitte der 60er wurden Englands Szenen auf den Schuh aufmerksam als Zeichen für ihre Wurzeln in der Arbeiterklasse. Punks, Waver und Goths zogen nach und machten den Schuh populär. Mitte der 90er Jahre verschwanden die Schuhe aber zusehends und 2003 wurden alle Fabriken von Dr. Martens AirWair in England geschlossen und die Schuhe und Stiefel wurden auf den Original-Maschinen in Vietnam, China und Thailand produziert. Seit 2007 gibt es unter dem Namen „The Vintage Collection“ eine Neuauflage klassischer Dr. Martens-Schuhe, die wieder in England hergestellt werden.

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